Trommeln vom anderen Ufer des großen Flusses



Trommeln Cover



Eine Donau-Farce
Deutsch.

Drava 2013

Paperback  152 Seiten

Preis: EURO 19.80 ; CHF 28.50
ISBN: 978-3-85435-699-8

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Nach „Freitag in Sarajevo“ und „Wartet nur, bis Captain Flint kommt!“ beschließt Richard Schuberth mit „Trommeln vom anderen Ufer des großen Flusses“ eine Komödientrilogie, die sich satirisch mit der kulturindustriell gefilterten Wahrnehmung und Verwertung der Welt auseinander setzt. Dieses Mal ist es wie bei „Freitag in Sarajevo“ wieder eine östliche Welt, auf die westliche Geistesmenschen ihre kulturelle Libido und koloniale Gier richten, – und dieses Mal spielt die Handlung wie in „Wartet nur, bis Captain Flint kommt!“ wieder auf einem Schiff, allerdings nicht auf hoher See, sondern einem vertrauten Fluss. 

Das Stück handelt von einer bizarren Donaureise in halb reale, halb fiktive östliche Flusswelten, wobei ich mich verschiedener Referenzen des klassischen Abenteuer- und Horror-Genres bediene (z. B. Joseph Conrads „Heart of Darkness“ und Rider Haggards „King Solmon’s Mines“). Der gute alte Topos von der kleinen Reisegruppe, die die Grenzen der Zivilisation überschreitet und in unberechenbare Wildnis vordringt. Doch treibt das Stück mit den Vorstellungen davon, was nun langweilige Zivilisation und was idealisierte Wildnis ist, seinen Schabernack.

Ein Forschungsschiff mit Journalisten, Bankern und Kulturschaffenden an Bord, welche mit Eingeborenenkünstlern Kontakt aufnehmen wollten, läuft vor Novi Sad auf eine (vom letzten Bombardement übrig gebliebene) Nato-Bombe und versinkt. Die einzigen Überlebenden, Bille Bulkhaupt, Berliner Feuilletonistin mit Hang zur Ostliteratur, Adrian Faller, Kulturreferent der Delta Bank, und Loiz K@r@w@nkinger, Volxmusiker, werden vom bärbeißigen Kapitän Zvonko aus der Donau gerettet. Hinzu gesellen sich auch das Eingeborenenmädchen Lagunica und der unentwegt geile und geistig behinderte Mönch Vater Teofil. Komplett ist die illustre Reisegesellschaft mit dem Draufgänger und Balkanspezialisten Trader Horn, einem modernen Old Shatterhand, der den delikaten Auftrag hat, den Star-Schriftsteller Dragutin Draculescu im Auftrag des Deutschen Bundesnachrichtendienstes zu töten. Als Trophäe soll er dessen stark behaarten Brustskalp Angela Merkel überreichen ... Dragutin Draculescu, ein Colonel Kurtz der Donausümpfe, hat sich vom Starruhm zu den Zigeunern des autonomen Zigeunergebiets Mompra

Ziel dieser unfreiwilligen Reise ist die Stadt Lepograd, wo die Handlung eine unerwartete Wendung nimmt ... Bis dahin gilt es aber hunderte Kilometer wilden, moskitoverseuchten und von barbarischen Walachen, Serben, Skythen und NGOs bewohnten Dschungels zu passieren.

Richard Schuberth schrieb das Stück im Mai 2008 am Grundlsee. Frühling 2013 wurde es bei Drava als Buch veröffentlicht. Am 16. März 2009 präsentierte er es erstmals einem Publikum in Form einer szenischen Lesung, mit musikalischer Begleitung einer «Donaukapelle», mit der er seit 2013 wieder auftritt: Martin Lubenov (Akkordeon), Dimitar Karamitev (Kaval) und Jovan Torbica (Bass) im Theater in der Walfischgasse.