An Richard

Du kamst als später Gast in unsere Mitte,

wo drei Geschwister schon voll Unfug und voll Schlamperei

die viel zu enge Wohnung füllten, draus zu entfliehen das

eine Ziel all unserer Kräfte war.

 

Als deine Seele von den Quellen ewig unergründbar

in den noch immer packend schönen Körper niederstieg

und nistend dort dein Dasein heimlich pochend kundtatst,

da weinte die Mutter und zum Vater gewendet

entflohen dem wogenden Busen die ehernen Worte: „Du Depp!“

 

Nun hast du dreimal die lachende Fülle des Sommers geschaut.

Auf deinem Goldhaupt hat sich der Glanz der Sonne verfangen.

Sie hat dein kräftiges Körperchen rundum gebräunt

wie den duftigen Brotlaib der Ofen.

 

Hinter langen, schwarzen Wimpern blinkert dein Blaublick

so selig auf Teddy und Stoffhund und hölzernes Auto.

Und unermüdlich plappert dein Mündchen Erkennen, Erinnern

und trällert in einem fort wie die Drossel in lenzlichen Auen:

„Liebe Mutti, lieber Vati!“

Was wäre die Welt ohne dich, wie frostig wäre das Leben!